Geschichte
Über 200 Jahre Versicherungsgeschichte

Das Historische Archiv der Generali Gruppe Österreich ist die bedeutendste Sammlung versicherungsrelevanter Dokumente in Österreich. Dokumentiert ist nicht nur die Firmengeschichte der Generali, auch Sammlerstücke von über 650 anderen Gesellschaften aus Europa finden sich darunter.
Das Historische Archiv ist sowohl Archiv als auch Museum und Fachbibliothek und ist für Wissenschaftler und Studierende sowie historisch Interessierte nach Vereinbarung zugänglich.
Öffnungszeiten:
Nach Voranmeldung an jedem Dienstag und Donnerstag von 10 bis 14 Uhr.
Kontakt:
Johann Hanslik, Dr. Gerhard Schreiber.
1010 Wien, Landskrongasse 1-3
Telefon: +43(0)1 53401-14482
E-Mail: historisches.archiv@generali.at
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Qualität der Sammlung
Die besondere Qualität der Sammlung besteht darin, dass sie Exponate der gesamten österreichischen sowie mittel- und osteuropäischen Versicherungsbranche umfasst.
"Eine Zukunft für unsere Vergangenheit" – diese Devise der internationalen Denkmalpflege gilt selbstverständlich auch für das Historische Archiv der Generali Gruppe Österreich.
Das Historische Archiv der Generali in Wien ist sicher die bedeutendste Sammlung von versicherungsrelevanten Dokumenten in Österreich – wenn nicht im gesamten deutschsprachigen Raum – mit Einzelstücken, die es andernorts nicht gibt. Das ist historisch umso bedeutsamer, als ein Großteil von Versicherungs-Archivalien beim Brand des Wiener Justizpalastes 1927 vernichtet wurde. Im zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Versicherungsdokumente zerstört, und der Trend zur Mikroverfilmung bewirkte die Vernichtung vieler Unikate.
Eine besondere Qualität dieser Sammlung besteht in der Vielfalt der Dokumente. Sie beschränkt sich nicht nur auf hauseigene Archivalien, sondern bietet einen Querschnitt über die gesamte Versicherungsbranche von Mittel- und Osteuropa sowie versicherungsnaher Bereiche. Es gibt Einzelstücke von 650 Versicherungsgesellschaften oder ähnlichen Einrichtungen aus 75 Ländern in 25 Sprachen (zum Teil auch mehrsprachig) über 140 Versicherungssparten und für 70 Zielgruppen. Neben den genannten Einzeldokumenten vervollkommnet eine Vielzahl von historischen Akten, Bildern, Statistiken, Tarifen etc. das Archiv.
Diese Bestände werden gerne von anderen Institutionen genützt und als Leihgaben für Ausstellungen angefordert.
Gegründet wurde das Archiv von der RAS Österreich Adriatische Versicherung AG (früher Riunione Adriatica di Sicurtà, Direktion für Österreich) und der Internationalen Unfall- und Schadenversicherung AG (Interunfall) anlässlich der Jubiläen "150 Jahre RAS" (1988) und "100 Jahre Interunfall" (1990), die 1989 gemeinsam gefeiert wurden.
Eine wesentliche Bereicherung erfuhr die Sammlung 1996 durch den Ankauf der "Privatsammlung Johann Hanslik". Infolge der Fusion der Interunfall mit der Generali Versicherung ging der Bestand 2004 in deren Besitz über. 2008 vergrößerte sich die Zahl der Archivalien von Erster Allgemeiner und Generali infolge der Übernahme der Sammlung eines langjährigen Mitarbeiters.
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Ausstellungen
Ständige Ausstellungen
- Versicherungsarchivalien: Es werden hauptsächlich Dokumente und Gegenstände aus den Beständen der Generali, Ersten Allgemeinen, Riunione Adriatica di Sicurtà (RAS) und Interunfall gezeigt. Neben verschiedenen Haus- und Agenturtafeln, interessanten Versicherungsdokumenten des Kaiserhauses usw. können auch persönliche Auszeichnungen für berufliche und sportliche Erfolge ehemaliger Mitarbeiter bewundert werden.
- Datenverarbeitung: Von besonderem Interesse sind verschiedene historische Geräte der Datenverarbeitung. Von der Lochkarte über Band- und Plattenspeicher finden sich sehenswerte Objekte wie z.B. die Steuereinheit einer IBM 370 oder der erste IBM-PC der RAS.
Geplante Ausstellungen- Frühjahr 2012: Versicherungswerbung einst und jetzt.
Vergangene Ausstellungen- Aus den Beständen des Historischen Archivs wurde die viel beachtete Jubiläumsausstellung "150 Jahre RAS" (1988) und "100 Jahre Interunfall" (1990), im Palais Palffy in Wien im September 1989 gestaltet.
- Unter dem Titel Quo vadis Regionaldirektion Wien wurde im Sommer 2008 in der Generaldirektion eine Sonderausstellung über die Entstehung der Regionaldirektion Wien der Generali aus vier Landesdirektionen gezeigt. Zu sehen waren u.a. Dokumente, Fotos, Collagen diverser Auszüge aus internen Printmedien, die ein Mitarbeiter in 35 Dienstjahren zusammengetragen hatte.
- Im Frühjahr 2010 zeigte das Historische Archiv unter der Devise "non scholae sed vitae discimus" (nicht für die Schule sondern fürs Leben lernen wir) historische Zeugnisse aus 150 Jahren.
- Wenn Wertpapiere ihren Wert verlieren (non-valeur), werden sie für den Sammler erst richtig interessant. Neben der oft kunstvoll verzierten und grafisch hervorragend ausgeführten Form spiegeln historische Wertpapiere auch die Geschichte ihres Unternehmens wider. Den Schwerpunkt der im Sommer 2010 veranstalteten Ausstellung bildeten die Nonvaleurs der Konzerne Generali, Riunione und Phönix – Zeugen eines Jahrhunderts Versicherungsgeschichte.
- Am 17. März 1861 wurde Viktor Emanuel II., König von Sardinien (und Piemont), zum König von Italien gekrönt, was als Geburtsstunde des Staates Italien gilt. Da die Assicurazioni Generali diesem Anlass eine Reihe von historischen Publikationen widmete, hat das Historische Archiv im Sommer 2011 eine Serie von verkleinerten Versicherungsplakaten mit historisch-patriotischem Inhalt unter dem Titel 150 Jahre Italien anhand von Versicherungsplakaten zusammengestellt.
Leihgaben zu folgenden Veranstaltungen:- Bei der Eröffnung des Jüdisches Museum in Hohenems 1991 stellte das Historische Archiv einige Dauerleihgaben zur Verfügung. Der Grund dafür war der Umstand, dass Samuel Menz der langjährige Bürgermeister der Jüdischen Gemeinde Hohenems im 19.Jahrhundert ein bedeutender Vertreter der RAS war.
- Sonderausstellung zum zwanzigjährigen Bestehen der Delta Versicherungsmaklergesellschaft im Kunsthistorischen Museum in Wien im Frühjahr 1998 unter dem Titel "Zeitzeichen – Versicherungsreklame im Wandel der Zeit".
- Burgenländische Landessonderausstellung im Frühjahr/Sommer 1998 über die Bedeutung des Feuers für den Menschen und die Entwicklung des Feuerwehrwesens in den neun Bundesländern und den Nachbarstaaten. Dabei gab es einen eigenen Abschnitt über die Feuerversicherung mit Ausstellungsstücken, die zu drei Viertel aus dem Historischen Archiv stammten.
- Anlässlich ihres 175-Jahr-Jubiläums präsentierte die Wiener Städtischen Versicherung im Jänner 2000 im Ringturm eine Rückschau bis zu den Anfängen ihrer ältesten Wurzeln der k.k. privilegierten wechselseitigen Brandschaden-Versicherungs-Anstalt im Jahre 1824.
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Tauschobjekte
Wenn Sie Interesse an einem „Tauschgeschäft“ mit dem Historischen Archiv haben, wenden Sie sich bitte an:
Johann Hanslik, Dr. Gerhard Schreiber.
1010 Wien, Landskrongasse 1-3Telefon: +43(0)1 53401-14482
E-Mail: historisches.archiv@generali.at
Aus dem Bestand des Historischen Archivs werden verschiedenste Publikationen entsprechend dieser PDF-Liste abgegeben:
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Bedeutende Archivstücke
Im Historischen Archiv der Generali Gruppe Österreich wird ein große Zahl von versicherungsrelevanten historischen Dokumenten und Gegenständen aufbewahrt.
Zu den ältesten Stücken des Historischen Archivs zählen die „Salzburger Feuer-Ordnung“ aus dem Jahr 1678 und die von Kaiserin Maria-Theresia genehmigten Satzungen der „Artillerie-Officiers-Witwen und Waisen-Confraternität“ aus dem Jahr 1764. Das älteste archivierte Generali-Stück ist das Original einer Feuer-Versicherung aus dem Jahr 1833. Von besonderer Bedeutung sind auch zwei Polizzen von Riunione und Interunfall für die Villa und das Auto von Kaiser Franz Josef.
Hier eine Auswahl besonders interessanter Stücke:
Satzungen der "Artillerie-Officiers-Witwen und Waisen Confraternität" aus 1764:
Von Kaiserin Maria-Theresia gegründete Vereinigung zur Versorgung der Hinterbliebenen von gefallenen Artillerieoffitieren.
Feuer-Lösch-Ordnung der königlichen Stadt Brünn aus 1769:
Anordnung zur Brandverhütung und -bekämpfung.
Constituirungs-Urkunde der Interunfall-Versicherung aus 1889:
Genehmigung des Geschäftsbetriebs unterschrieben von Graf Taaffe (Ministerpräsident und Innenminister); Unterschriftsberechtigte Funktionäre; Notariatsakt; Protokoll der konstituierenden Hauptversammlung; Liste der Aktionäre.
Polizze der Slavia Versicherung aus 1935:

Deckblatt einer Lebensversicherungspolizze entworfen vom bekannten Künstler Alfons Mucha, stellt die Slavia in der Gestalt der Schauspielerin Anna Sedlácková dar.
Arbeitsanweisungen der Generali aus 1905:
Instruktionen für alle Sparten und die allgemeine Verwaltung samt allen Formularen in sechs Folianten.
Arbeitsanweisung der Riunione aus 1854:
"Instructionen über die Versicherungen auf das Leben der Menschen für die Herren General- und Hauptagenten der k.k. priv. Riunione Adriatica di Sicurtà" in einem gebundenen Buch. Dieses Buch wurde bei Einführung der Lebensversicherung zur Information der Außendienstmitarbeiter verfasst. Es enthält eine genaue Erklärung aller Tarife sowie der organisatorischen Abwicklung mit allen benötigten Formularen.
Protokolle der Riunione aus 1920:
"Aufzeichnungen über die II. gemeinsamen Besprechungen der leitenden Funktionäre abgehalten in Wien in der Zeit vom 28.9. bis 5.10.1920": Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 befanden sich die Filialen der RAS in sieben verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Gesetzen und Währungen. Auf dieser Konferenz wurden Strategien beschlossen, wie die teils böswilligen Hindernisse in den Nachfolgestaaten umgangen werden können. Auf 175 Seiten wurden die einzelnen Wortmeldungen der Teilnehmer protokolliert. Das Dokument ist von allgemeiner wirtschaftshistorischer Bedeutung.
Polizze der Riunione für die Villa von Kaiser Franz-Joseph aus 1871:
Die Villa in Bad Ischl war bei der RAS gegen Feuer versichert.
Polizze der Interunfall für das Auto von Kaiser Franz Josef aus 1909:

Dieses Auto diente zum "Allerhöchst persönlichen Gebrauche Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät Franz Josef I. und war bei der Interunfall Haftpflichtversichert. Franz Josef hasste Autos und hat dieses nie verwendet. Seine einzige Autofahrt absolvierte er am 12.8.1908 auf Drängen des englischen Königs Edward VII. Er verließ danach das Auto kreidebleich als Folge des Gesprächs mit Edward.
Landkarte der Monarchie aus 1904:
Blechtafel mit allen Kronländern farbig auf Blech gedruckt mit Angabe aller Sparten und Zielgruppen der Interunfall Versicherung.
Agenturtafel der k.k. priv. Assicurazioni Generali:

Tafel aus schwarzem Acrylglas mit goldener Schrift zur Kennzeichnung des Sitzes einer Vertretung der Generali.
Haustafel der Generali um 1900:
Adler und Schrift in Goldprägung auf schwarzem Blech. Diese Tafeln wurden an den feuerversicherten Häusern zur Abwehr von Brandstiftern angebracht.
Polizze der Generali aus 1833:

Älteste im Archiv vorhandene Polizze der "Assicurazioni Generali" für die Feuer-Versicherung.
Polizze Erste Militärdienst Versicherungs-Anstalt aus 1901:
Lebensversicherung für Knaben, fällig bei Antritt des Militärdienstes.
Polizze der Wiener Städtischen Versicherung aus 1915:

Lebensversicherungspolizze der "Städtische Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Lebens- und Rentenversicherungs-Anstalt Wien", gegründet 1898.
Mitgliedsbuch der Registrierten Hilfscasse zu den Heiligen Schutzengeln aus 1895:
Ebenfalls eine Sterbegeldversicherung.
Mitgliedsbuch des Leichenvereins zum Jupiter aus 1908:

Das Mitgliedsbuch war Polizze und Quittung für die Prämienzahlung der Sterbegeldversicherung zugleich.
Versicherungsalmanach der Riunione aus 1930:
Präsentation der Riunione und ihrer wichtigsten Sparten mit vielen Bildern und Grafiken im Stil von Otto Neurath.
Aktie der Generali aus 1832:

Namensaktie für Herrn A. F. Cav. d´Allesti.
Mottenfraß-Versicherungs-Unternehmung Zacherl:
Die Firma Zacherl übernahm über den Sommer Pelze, Teppiche, Winterbekleidung etc. zur Aufbewahrung und Pflege und versicherte sie dabei gegen jegliche Beschädigung.
Aktie der Victoria aus 1871:
Zweisprachige Aktie der Versicherungs-Gesellschaft Victoria in Klausenburg, Ungarn heute Rumänien, zum Nennwert von 200 Gulden österreichischer Währung.
Mitgliedsbuch der Konfraternität aus 1804:
Der Krankenhilfeverein für Handlungsdiener bot Unterstützung und Kostenersatz im Krankheitsfall.
Polizze der Foncière aus 1902:
Lebensversicherungspolizze der Foncière Pester Versicherungs-Anstalt.
Verkaufscomputer RUDI aus 1987:
Als eines der ersten Versicherungsunternehmen in Österreich setzte die Interunfall Versicherung für ihren Außendienst einen Handheld-Computer von Texas Instruments mit einem ausgefeilten Verkaufsprogramm zur Kundenberatung in den wichtigsten Sparten ein.
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Bibliothek und Publikationen
Die Bibliothek des Historischen Archivs umfasst u.a. Zeitschriften, Geschäftsberichte und Festschriften anlässlich von Firmenjubiläen. In mehreren Publikationen wurde über das Archiv berichtet.
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