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e-Health: Medizin im Netz

In der Gesundheitsvorsorge und bei der Krankheitsbewältigung spielen Patienten und ihre Angehörigen heute eine wichtige Rolle in Diagnosestellung und Therapiefindung. Chronische Krankheiten sind auf dem Vormarsch, Betroffene lernen, über lange Zeiträume mit ihrer Krankheit zurechtzukommen, werden selbst zu Experten im Erkennen von Symptomen und reflektieren verstärkt Behandlungserfahrungen. Durch die oft jahrelange ärztliche Begleitung verändert und entwickelt sich auch das Verhältnis der Patienten zu ihren Ärzten und umgekehrt - an die Stelle der früher weit verbreiteten autoritären Arzt-Patientenbeziehung tritt immer öfter die Begegnung auf Augenhöhe, die Beteiligung und Einbindung der Patienten in den ärztlichen Dialog.

Gefördert wurde der Trend zur Partizipation durch die Einführung von Patientenrechten und die ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wachsende schrittweise Auslagerung ärztlicher Kompetenzen innerhalb der Schulmedizin auf andere Akteure (Audit-Kultur).

Digitalisierung als Chance zur Partizipation
Das Internet erleichtert heute Patienten den Zugriff auf medizinische Informationen, die früher nur Experten zugänglich waren und ermöglicht ihnen eine stärkere Vernetzung mit anderen Betroffenen. Damit hat sich auch das Selbstverständnis der Patienten verändert: Die Community der Internetnutzer erkennt sich selbst als wertvolle Quelle, um Antworten auf beinahe jede Frage zu finden. Das gilt auch für den Gesundheitsbereich. Patienten unterstützen sich gegenseitig mit Empfehlungen und Bewertungen von Arztpraxen oder Kliniken, mit dem Austausch von Erfahrungen bei der Durchsetzung ihrer Patientenrechte.

Für Informationsaustausch und Vernetzung sind Gesundheitsportale, die sich auch in Österreich immer größerer Beliebtheit erfreuen, von zentraler Bedeutung. Im Bereich dieser „Consumer Health Informatics“ findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Anbieter. Neben offiziellen öffentlichen Gesundheitsportalen für Patientensicherheit (z.B. gesundheit.gv.at) gibt es zertifizierte unabhängige Informationsplattformen privater Betreiber (z.B. netdoctor.at) oder Telefonhotlines mit Direktkontakt zu Ärzten im Notfall. Stark im Kommen sind Interaktionsplattformen (z.B. patientslikeme.com) und Internetforen, die von Fachleuten moderiert werden. Schilderung von Krankheitssymptomen, Erfahrungsaustausch, Diskussion unterschiedlicher Behandlungsmethoden und deren Erfolge stehen hier im Mittelpunkt. Die Vernetzung mit anderen Betroffenen bedeutet für den einzelnen Patienten die Chance, mehr über seine Krankheit zu erfahren und Erfahrungen mit neuen Behandlungsmethoden für seine Therapie zu nutzen.

Viele dieser Gesundheitsportale definieren sich als Schnittstelle zwischen Ärzten, Gesundheitsberufen, medizinischen Fachgesellschaften und Patienten. Das Geschäftsmodell der Interaktionsplattform patientslikeme.com sieht die Umwandlung jener Informationen, die die Nutzer untereinander auf der Plattform austauschen, in strukturierte Daten vor, die in anonymisierter Form an Forschungs- und Pharmafirmen weiterverkauft werden.

Risiken und Konsequenzen der datenintensiven Medizin
Die Innovationen im Bereich der Kommunikationstechnologie haben aber auch ihre Schattenseiten. Bereits im Jahr 2015 positionierte sich die österreichische Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt in einer Stellungnahme zum Thema „Partizipative Medizin und Internet“: https://www.bka.gv.at/publikationen-bioethik

Als Herausforderungen werden der Schutz der Daten und der Privatsphäre insbesondere vor intransparenter kommerzieller Nutzung sowie die Beseitigung von Barrieren zur Internetnutzung, die ökonomischer, sozialer, körperlicher oder technischer Natur sein können, angesehen. Neben der Qualitätssicherung der Inhalte durch die öffentliche Hand  muss auch eine gesundheitspolitische Positionierung des Internets im Verhältnis zum persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient erfolgen.

Vitaldatenüberwachung mit Health-Apps
Medizinische „Wearables“, z.B. Fitness-Tracker und Health-Apps, zur Überwachung der Vitaldaten sind in der Bevölkerung bereits stark verbreitet. Das Einsatzgebiet der mobilen Gesundheitsapplikationen ist groß. Mithilfe von „mHealth-Apps“ können z.B. Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig bestimmen und die Insulindosis selbst festlegen und Bluthockdruckpatienten ihre Messwerte protokollieren. Schrittzähler können einen Anreiz zu verstärkter körperlicher Bewegung darstellen.

Einen medizinischen Nutzen erhalten Health-Apps aber nur dann, wenn sie die vom Patienten erhobenen Daten selbständig an den behandelnden Arzt weiterleiten.

Unter diesen Voraussetzungen leisten Health-Apps in der Krankheitsprävention wertvolle Dienste. So lässt sich z.B. mittels Bewegungssensoren in der Armbanduhr die Sturzgefahr vorhersagen. Elektrische Zahnbürsten messen über den Speichel den Vitamin- und Stoffwechselhaushalt und erkennen so rechtzeitig Mängel und Krankheiten. Auch in der Hauskrankenpflege werden bereits Health-Apps in Form von Medizinprodukten eingesetzt, z.B. als Pflaster, das Herzfrequenz und Schlafverhalten misst.

Durch die Sammlung und Auswertung der erhobenen Daten und die telemedizinische Übermittlung an die Arztpraxis ist es zunehmend möglich, medizinische Kontrollen zu Hause statt im Spital durchzuführen.

Vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft wird der Einsatz von hoch entwickelten Health-Apps zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen, denn die mobilen Helferlein ermöglichen es vielen älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen, viel länger ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu Hause zu führen.