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Interview mit Vorstand Arno Schuchter

„Bei der Altersvorsorge gibt es keine Alternative zur Lebens- und Rentenversicherung“

Durch das neue Pensionskonto werden Pensionsansprüche in Österreich transparenter und berechenbarer. Der Einzelne bekommt auch erstmals ein konkretes Bild von seiner persönlichen Pensionslücke – und damit die verbesserte Chance, durch zusätzliche private und betriebliche Vorsorgemaßnahmen sein künftiges Pensionseinkommen „aufzufetten“.

Die Business News haben mit Arno Schuchter, Mitglied des Vorstandes der Generali Versicherung AG, das folgende Gespräch über die Notwendigkeit zusätzlicher Pensionsvorsorge und die Zukunft der klassischen Lebensversicherung angesichts der bevorstehenden Senkung des Garantizinssatzes durch die FMA geführt.

Business News: Anfang 2014 wurde das neue Pensionskonto eingeführt. Konnten Sie in den vergangenen Monaten einen Anstieg der Nachfrage im Bereich Pensionsvorsorge und bei den Lebensversicherungen registrieren?

Arno Schuchter: Das Pensionskonto hat spätestens jetzt vielen Österreicherinnen und Österreichern die Augen geöffnet, da erstmals für den Einzelnen die echte Pensionslücke dadurch transparent wird. Das hat natürlich auch zu stark erhöhter Nachfrage geführt, welcher die Generali mit vielen Maßnahmen, unter anderem z. B. mit österreichweiten Pensionsinformationswochen, Rechnung trägt.

BN: Wie ist das Geschäftsjahr 2014 - insbesondere im Bereich der Pensionsvorsorgeprodukte - für die Generali gelaufen?

AS: Die Lebensversicherung ist auch im heurigen Jahr der am stärksten wachsende Bereich. Dies ist zum einen auf den massiven Anstieg im Bereich der Einmalerläge, zum anderen aber auch auf das steigende Bedürfnis an Vorsorgeprodukten zurück zu führen. Dazu kommt, dass erfreulicherweise auch die Nachfrage im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich zunimmt. Generell glaube ich, dass gerade dieser Bereich der sogenannten biometrischen Risiken (BU, Langlebigkeit, Ablebensrisiko, Pflege, etc.) noch viel Nachholbedarf hat und ein Zukunftsmarkt ist.

BN: Wie steht es konkret um die klassische Lebensversicherung? Die FMA hat eine Senkung des Garantiezinssatzes von 1,75 % auf 1,5 % mit 1. Jänner 2015 angekündigt. Was bringt mir der Abschluss einer klassischen Lebensversicherung angesichts sinkender Ertragschancen?

AS: Nüchtern betrachtet gibt es für die Altersvorsorge gar keine Alternative zur Lebens- und Rentenversicherung. Der garantierte Rechenzinssatz mit künftig 1,5% ist das eine, darüber hinaus aber haben wir derzeit inklusive Gewinnbeteiligung eine Gesamtverzinsung von 3,4% das ist das andere. Dazu kommt, dass gerade - wie bereits oben erwähnt - vor allem die biometrischen Risiken nur über eine Versicherung abgedeckt werden können. Die nächste Frage ist – was hat der Kunde im derzeitigen Zinsumfeld für Alternativen im risikolosen Bereich zur Lebensversicherung? – Aus meiner Sicht keine!

Und auch für die Kunden, welche sich zur Beimischung bei der Pensionsvorsage mit dem Fondsparen befassen, was aus meiner Sicht gerade derzeit durchaus Sinn macht, ist die Fondgebundene Lebensversicherung vor allem durch den Steuervorteil zum normalen Fondsparen mehr als eine Alternative!

BN: Ein Mitbewerber der Generali hat sich bereits von der garantierten Verzinsung verabschiedet und bietet seinen Kunden zukünftig bei der Lebensversicherung nur mehr die Möglichkeit der Gewinnbeteiligung an. Denkt man bei der Generali auch schon über eine solche Lösung nach?

AS: Mit diesem Produkt beschreitet ein Mitbewerber ganz neue Wege, auch im Bereich der            Verteilung von Abschluss- und sonstigen Kosten. Derzeit ist das für die Generali noch kein  Thema, zumal ich bei diesem Produkt auch eine große Problematik darin sehe, dass der nichtvertragstreue Kunde bei vorzeitiger Vertragsauflösung bevorteilt wird, was aus meiner Sicht falsch ist. Gerade die Pensionsvorsorge sollte auf langfristiges Sparen ausgelegt sein und nicht schon beim kleinsten Problem mit dem praktisch abschlagfreien Rückkauf wieder ad absurdum geführt werden.

BN: Die klassische Lebensversicherung spielt ja auch in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) eine wichtige Rolle. In Österreich besteht im Bereich der bAV im Vergleich zu anderen EU-Staaten nach wie vor großer Aufholbedarf. Worin liegt Ihrer Meinung nach die besondere Bedeutung betrieblicher Vorsorgemodelle?

AS: Im Prinzip gilt hier dasselbe wie bei der privaten Vorsorge. Das Langlebigkeitsrisiko (Rente) kann nur über eine Versicherung wirklich abgedeckt werden. Leider fehlen sowohl im privaten als auch im betrieblichen Bereich die staatlichen Anreize dafür fast gänzlich. Gibt’s mit der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge im privaten Bereich zumindest ein (wenn auch deutlich zu gering) gefördertes Produkt, so ist es im betrieblichen Bereich eigentlich ein Skandal, dass die Förderung „für die Zukunftssicherung von Arbeitnehmern“ mit gerade einmal € 300,- pro Jahr und Mitarbeiter, seit über 25 Jahren unverändert ist!

BN: Wie kann die Attraktivität der bAV gesteigert werden? Wie sehen dazu Ihre Forderungen an den Gesetzgeber aus?

AS: Die Antwort ergibt sich ja aus dem bereits oben Gesagten. Es gehören wesentlich bessere Förderungsanreize geschaffen, wie dies auch in den meisten anderen mit uns vergleichbaren europäischen Ländern bereits der Fall ist (z. B. Deutschland). Nur so kann die zweite und die dritte Säule eine echte Ergänzung zur – unverzichtbaren – ersten Säule werden. Andererseits ist es auch unsere Aufgabe als Versicherungswirtschaft, unsere Firmenkunden über die Vorsorgelücken zu informieren, und ihnen Alternativen zum schließen derselben aufzuzeigen. Hier ist in den letzten Jahren auch bei der Generali bereits sehr viel passiert, aber immer noch ein breites Betätigungsfeld für uns alle vorhanden.