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Servicetipp Wildwechsel

Riskante Ausweich- und Bremsmanöver sind oft gefährlicher als eine Kollision. Nicht jeder Wildunfall ist automatisch versichert.


Im Herbst, wenn Rehe, Hasen und Wildschweine wieder sehr aktiv werden, steigt die Gefahr von Wildunfällen. Vor allem der Straßenverkehr verursacht großes Leid für die Tiere. Aber auch für die Autofahrer selbst ist die Gefahr nicht zu unterschätzen, erläutert Erik Eybl, Leiter der Generali-Schadenabteilung an diesem Beispiel: „Bei einem Unfall mit 70 km/h entspricht das Aufprallgewicht eines Körpers dem 50-fachen Eigengewicht. Fährt man also mit 70 km/h auf ein 20 Kilo schweres Reh auf, so prallt dieses mit einer Tonne auf das Fahrzeug.“ 2014 wurden 338 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Wildtieren verletzt, zwei Menschen starben. Österreichs größter Kfz-Versicherer Generali verzeichnete im vergangenen Jahr mehr als 4.000 Wildunfälle.

Als besonders gefährlich gelten wenig frequentierte Landstraßen. Wildwarngeräte und erhöhte Aufmerksamkeit insbesondere in den Morgen- und Abendstunden minimieren das Risiko. Doch umfassenden Schutz gegen die finanziellen Folgen von Wildunfällen bietet nur eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Sie deckt die Schäden eines Wildunfalls am eigenen Fahrzeug. Wird im Zuge der Kollision auch ein Baum oder Straßenschild beschädigt, so übernimmt diesen Schaden die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Tipps zur Unfallvermeidung

Straßen in besonders gefährdeten Gebieten sind in der Regel schon mit dem Warnschild „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet. Die Generali empfiehlt Fahrzeuglenkern auf die Wald- und Straßenränder zu achten, den Sicherheitsabstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern zu vergrößern, die Geschwindigkeit zu verringern und bremsbereit zu fahren. Taucht ein Wildtier im Scheinwerferkegel auf, schaltet man auf Abblendlicht, reduziert die Geschwindigkeit und betätigt mehrmals die Hupe. In jedem Fall ist mit nachkommenden Tieren zu rechnen. Gefährliche Ausweich- und Bremsmanöver Scheint eine Kollision unvermeidbar, so lautet das wichtigste Gebot, sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Lebensgefahr zu bringen. Riskante Ausweichmanöver zum Schutz der Tiere stellen nicht nur eine Gefahr für den Fahrzeuglenker selbst sowie für den Gegenverkehr dar, sie sind in der Teilkaskoversicherung auch nicht generell versichert. Die Versicherung zahlt nur, wenn auch das „Nichtausweichen“ und eine Kollision mit dem Tier zu einer ebenso starken Beschädigung des Fahrzeugs geführt hätte. Dies ist in der Regel nur bei größeren Tieren wie Wildschweinen, Rehen oder Hirschen der Fall. Aber auch auf den nachfolgenden Verkehr ist zu achten. In erster Linie sollte nur gebremst werden, wenn kein Auffahrunfall droht. Wer für kleine und leichte Tiere plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremst, dem kann laut Straßenverkehrsordnung bei einem Auffahrunfall ein Mitverschulden angelastet werden. 

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

Nach einem Wildunfall ist die Warnblinkanlage einzuschalten, die Warnweste anzulegen und die Unfallstelle mit einem Pannendreieck abzusichern. Verletzten Personen ist Erste Hilfe zu leisten, Rettung und Polizei sind zu verständigen. Auch Sachschaden ist der Polizei zu melden. Wer ein verletztes oder totes Tier zurück lässt oder gar mitnimmt und keine Anzeige erstattet, macht sich strafbar. Die Polizei ist auch dann zu verständigen, wenn das angefahrene Tier weiterläuft.

Wenn das Tier nicht berührt wurde oder flüchtig ist, trägt der Fahrer die Beweislast für den Unfall. In jedem Fall sollte man die Unfallstelle fotografieren und eventuelle Zeugen für die Versicherung notieren. Der Schaden muss innerhalb einer Woche der Versicherung gemeldet werden, das amtliche Protokoll zur Unfallaufnahme und die sogenannte „Wildschadenbescheinigung“ der Polizei dienen der Kfz-Versicherung als Nachweis. Unfallspuren am Fahrzeug dürfen nicht beseitigt werden.

Schäden am eigenen Fahrzeug sind durch eine (Teil-)Kaskoversicherung gedeckt, wenn ein Zusammenstoß mit einem Haarwild – also zum Beispiel einem Reh, Hirsch, Wildschwein, Fuchs oder Hasen – stattgefunden hat. Ob auch die Kollision mit Federwild (Fasan etc.) abgedeckt ist, ist in den jeweiligen Kfz-Bedingungen nachzulesen. Kühe, Pferde, Hunde und Katzen sind kein Haarwild, sondern Haus- und Nutztiere. Unfallschäden durch einen Zusammenstoß mit diesen Tieren sind in der Kaskoversicherung nicht gedeckt.


Hinweis:

Bei diesem Text handelt es sich um eine unverbindliche Basisinformation für Medienvertreter, jedoch nicht um ein Angebot, eine Aufforderung oder eine Empfehlung zum Kauf von Versicherungsprodukten. Informationen über Produkte und Services sind verkürzt bzw. vereinfacht dargestellt – die genaue Definition und der Umfang des Versicherungsschutzes sind in den jeweiligen Vertragsgrundlagen festgehalten. Informationen über den Geschäftsverlauf und dessen Prognosen sind verkürzt bzw. vereinfacht dargestellt. Die in diesem Text dargelegten Fakten und Informationen sind möglichst aktuell, können sich aber in der Zukunft ändern. Sowohl die Generali Gruppe als solche als auch ihre Organe, leitenden Angestellten, Mitarbeiter und sonstige für die Generali Gruppe tätige Personen lehnen jede ausdrückliche oder implizite Haftung oder Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der in diesem Dokument enthaltenen Informationen ab.