Tamara Flores: Sängerin und Gewinnerin „The NOW is Female" 2026

07.05.2026 | Interview

Tamara Flores verbindet Stimmen, Kulturen und Ausdrucksformen. Als Sängerin, Flötistin und Tänzerin steht sie für eine neue Generation selbstbewusster Künstlerinnen.

Frage: Als Gewinnerin des „The NOW is Female" Musikstipendiums hattest du die Möglichkeit beim renommierten Matches Music Songwriting Camp 2026 am Attersee, dabei zu sein. Wie war es für dich, was hast du persönlich für dich mitnehmen können?

Es war eine wunderschöne Erfahrung, mit so vielen unterschiedlichen und inspirierenden Artists zusammenzuarbeiten. Ich hatte dort den Raum, musikalisch neue Dinge auszuprobieren. Gerade dieser Perspektivenwechsel hat mir sehr viel gegeben und mich auch künstlerisch weitergebracht.

Frage: Wie bist du zum Singen gekommen und welche Rolle spielt Musik in deinem Leben?

Ich habe mit sieben Jahren begonnen, Querflöte zu spielen, und meine musikalische Reise war lange stark von klassischer Musik geprägt. Zum Singen bin ich erst später gekommen, aber inzwischen ist es für mich zu einem wichtigen Ventil geworden, um Erlebtes zu verarbeiten. Musik spielt deshalb eine sehr zentrale Rolle in meinem Leben.

Frage: Gab es Menschen, Erfahrungen oder innere Haltungen, die dich darin bestärkt haben, deine kulturelle Vielfalt als Ressource zu nutzen?

Ich glaube, es ist weniger eine konkrete Person, sondern vielmehr ein Prozess: bei sich selbst anzukommen und aufzuhören, ständig im Außen nach Bestätigung zu suchen.

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Dieses Vertrauen in sich selbst macht es möglich, die eigene Vielfalt wirklich als Stärke zu sehen.

Tamara Flores, Latinpop-Sängerin

Frage: Deine mexikanischen Wurzeln sind ein zentraler Teil deiner Identität – wie präsent waren sie in deiner Kindheit und Jugend in Wien? Gab es Momente, in denen du dich zwischen zwei Kulturen gefühlt hast? Wie hast du gelernt, diesen „Zwischenraum“ für dich zu definieren?

Durch meine Mutter waren meine mexikanischen Wurzeln von Anfang an sehr präsent – durch Musik, durch Feste mit Piñatas und Mariachis, durch das Essen und viele kleine Rituale im Alltag. Außerdem war ich schon früh regelmäßig in Mexiko, wo ich mich immer sehr zuhause gefühlt habe.

Trotzdem habe ich mich lange zwischen zwei Welten bewegt und hatte das Gefühl, mich nicht eindeutig zuordnen zu können – auch wenn das vielleicht gar nicht notwendig ist. Heute sehe ich genau darin eine Stärke und bin sehr dankbar, mit zwei so unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen zu sein.

Frage: Gab es einen Moment in deiner Musiklaufbahn, in dem du gemerkt hast: Jetzt gehe ich meinen eigenen Weg – unabhängig von Erwartungen von außen?

Ab dem Zeitpunkt wo ich begonnen habe, auf Spanisch zu schreiben, als CHINGONA entstanden ist, das war genau dieser Moment.

Frage: Was sind deine zentralen Botschaften, die du mit deiner Musik vermitteln möchtest? Wen möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Meine Songs greifen oft feministische Themen auf, aber auch persönliche Erlebnisse und gesellschaftliche Entwicklungen.

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Ich möchte Menschen erreichen, die sich in meiner Musik wiederfinden – die sich gehört und gesehen fühlen.

Tamara Flores, Latinpop-Sängerin

Frage: Woher holst du dir die Inspirationen für deine Songtexte?

Meine Texte entstehen meistens aus Situationen oder Gefühlen, die mich gerade beschäftigen. Manchmal schreibe ich sehr direkt, manchmal eher lyrisch. Eine große Inspiration für mich ist auch die mexikanische Künstlerin Natalia Lafourcade – ich liebe ihre Art zu schreiben.

Frage: Du verbindest auch in deiner Musik zwei kulturelle Welten. Das spiegelt sich auch immer wieder in Songs wie „Chingona“ oder in „Mi Amor“ (2025) wider. Wie wichtig ist es dir, deine mexikanischen Wurzeln in deine Musik einfließen zu lassen?

Ich versuche, im Studio nicht zu viel darüber nachzudenken. Für mich ist wichtig, dass alles organisch entsteht. Meine kulturellen Einflüsse sind ein Teil von mir und dadurch fließen sie ganz automatisch in meine Musik ein, ohne dass ich sie bewusst steuern muss.

Frage: Was würdest du jungen Menschen mitgeben, die zwischen mehreren Identitäten oder Kulturen aufwachsen und ihren Platz suchen?

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Du bist gut so, wie du bist. Du musst nicht alles klar definieren oder benennen. Manchmal liegt gerade in diesem „Dazwischen“ etwas Wertvolles.

Tamara Flores, Latinpop-Sängerin

Frage: Wie versuchst du, andere zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen?

Ich glaube, die Suche hört nie wirklich auf – und genau das ist auch das Schöne daran. Wichtig ist, neugierig zu bleiben und sich selbst zu vertrauen. Alles andere entwickelt sich eines nach dem anderen.

Über Tamara Flores

Tamara Flores ist eine österreichische Latinpop‑Sängerin, Flötistin und Tänzerin aus Wien mit mexikanischen Wurzeln. In ihrer Musik verbindet sie lateinamerikanische Einflüsse mit modernem Pop und einer klaren Haltung zu Identität und kultureller Vielfalt. Mit ihrem Song „Chingona“ setzt sie ein kraftvolles Statement für selbstbewusste, unabhängige Frauen und eine neue Generation von Künstlerinnen, die ihre Stimme erheben und ihren eigenen Weg gehen.


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