Wie Skifahren Generationen verbindet
15.01.2026 | Artikel
Perfekt präparierte Pisten, traumhaftes Skiwetter, Hüttengaudi und viel Vorfreude auf unvergessliche Skitage – in Österreich verbindet und erfreut das Skifahren über Generationen hinweg. Denn der beliebte Wintersport hat hierzulande langjährige Tradition und ist tief in der Kultur der Österreicher_innen verwurzelt.

Über 80 Prozent der Österreicher_innen sind überzeugt davon, dass Skifahren ein österreichisches Kulturgut darstellt. Nicht umsonst zählt der Song „Schifoan“ von Austropop Legende Wolfgang Ambros zur inoffiziellen österreichischen Nationalhymne und setzt Skifans seit jeher in die richtige Stimmung für das Pistenvergnügen. Diese enge Verbindung von Sport und Kultur zeigt sich auch bei den Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel, einem der renommiertesten Skirennen weltweit, wo Trachten und musikalische Darbietungen fest zum Rahmenprogramm gehören.
Skisport bleibt Nummer Eins in Österreich
Die Ergebnisse des Wintersportreports in Österreich 2025 zeigen eine ausgeprägte Ski Affinität der Österreicher_innen: Rund ein Drittel der Befragten geben an in der Wintersaison Skifahren zu gehen. Der Großteil der Österreicher_innen betrachten das Skifahren als Teil der nationalen Identität und ist für viele ein unverzichtbarer Bestandteil des Winterurlaubs.
Gerade die junge Generation zwischen 16 und 29 Jahren zeigt starkes Interesse am Skisport. Über 85 Prozent sehen Skifahren und Snowboarden als wichtigen Teil ihres Lebensstils und planen im Schnitt mehr Skitage als jede andere Altersgruppe. Jede_r Zweite ist für die Saison 2025/26 hoch motiviert und plant im Schnitt 4,4 Skitage in der Saison. Für sie zählt nicht nur der Sport, sondern die Kombi aus Erholung, Spaß, Sonne und perfekt präparierten Pisten. Geselligkeit, gemeinsame Erlebnisse und Après-Ski haben für die Jungen einen deutlich höheren Stellenwert als für ältere Generationen.
Der Intersport Sportreport 2025 verdeutlicht, dass es den Österreicher_innen beim Skifahren vorrangig um den authentischen Naturgenuss und dem Erlebnis geht. Im Vordergrund stehen hierbei vor allem Erholung (45 Prozent), Naturverbundenheit (39 Prozent) und das sportliche Zusammensein mit Familie und Freund_innen (39 Prozent).
Auch Skitourengehen und Schneeschuhwandern erfreuen sich in Österreich immer größerer Beliebtheit und zählen mittlerweile zu den beliebtesten Wintersportarten. Viele Menschen schätzen die Ruhe abseits überfüllter Pisten und genießen es durch verschneite Winterlandschaften zu streifen und die unberührte Natur auf eigene Faust zu erkunden. Gleichzeitig stehen Wildtiere in schneereichen Zeiten unter besonderem Druck: Ihr Energiehaushalt ist stark begrenzt und sie müssen jede zusätzliche Belastung vermeiden, um zu überleben. Ein achtsamer Umgang mit der Natur und Rücksicht auf Wildtiere sind wichtig für ein harmonisches Miteinander.
Skifahren in Österreich ist Familiensache
Skifahren ist nicht nur eine abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung, sondern verbindet auch Generationen. In Österreich geben rund 4,9 Millionen Menschen an Ski fahren zu können. Jede_r Zweite hat es von den Eltern oder Freund_innen gelernt, wobei es in Tirol sogar 73 Prozent der Befragten sind, in Wien sind es hingegen nur 42 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Wiener_innen hat das Skifahren in einer Skischule erlernt. Zudem kann rund ein Drittel der Befragten Skifahren, weil in Schule oder Kindergarten die Möglichkeit eines Skikurses bestand. Bei Familien mit Kindern im Haushalt nimmt Wintersport ebenfalls eine hohe Priorität ein, rund 85 Prozent messen ihm große Bedeutung bei.
Kurze Geschichte des Skisports
- Vor 4.500 Jahren: Erste Hinweise auf Skifahren stammen aus einer Höhlenzeichnung in Norwegen sowie einem Ski-Fund in Schweden.
- 19. Jahrhundert: Skifahren wird in Norwegen militärisch genutzt; der Begriff „Ski“ stammt aus dem Norwegischen und bedeutet Scheit (gespaltenes Holz) oder Schneeschuh.
- 1850: In Christiana (heute Oslo) finden die ersten Skirennen der Geschichte statt.
- Telemark-Ära: Der Norweger Sondre Norheim entwickelt die „Telemark-Bindung“, bei der nur die Fußspitze fixiert ist – eine Technik, die bis heute beliebt ist.
- 1888: Polarforscher Fritjof Nansen durchquert Grönland auf Skiern und löst damit einen Skiboom in Europa aus.
- 1890er-Jahre: Erste Skiclubs entstehen in Deutschland, der Schweiz und Österreich (St. Christoph am Arlberg). Skandinavische Student_innen geben ihr Wissen weiter, und vereinzelt wird Skifahren sogar an Schulen unterrichtet, etwa 1896 in Braunlage im Harz.
- Um 1900: Die Technik entwickelt sich vom Telemark- zum Stemmschwung, da die steilen Alpenhänge neue Anforderungen stellen. Mathias Zdarsky kürzt die langen nordischen Skier auf 1,80 Meter und erfindet die „Lilienfelder Bindung“, die Fußspitze und Ferse fixiert. Damit begründet er die alpine Skilauftechnik. Seine Idee der Taillierung führt zur ersten Version des Carvingskis. 1897 veröffentlicht Zdarsky ein Buch über seine „Lilienfelder Skilauftechnik“.
- 1908: Der erste Skilift wird im Schwarzwald (Schollach) gebaut und mit Wasserkraft betrieben.
- 1920er-Jahre: Skischulen, Skifilme und Wettkämpfe verbreiten den Sport. Die FIS nimmt alpine Disziplinen ins Programm auf.
- 1931: In Mürren finden die ersten Ski-Weltmeisterschaften statt; Anton Seelos erfindet den Parallelschwung.
- 1936: Alpine Skirennen werden olympisch.
- 1950er-Jahre: Skifahren wird zum Massensport. Zahlreiche Liftanlagen und touristische Infrastruktur entstehen in den Alpen.
- 1975: Weltweit gibt es bereits rund 35 Millionen Skifahrer_innen.
- Ende des 20. Jahrhunderts: Neue Disziplinen wie Freestyle, Freeride und Buckelpiste entstehen und bereichern den Skisport.
- Heute: Skifahren ist lange nicht mehr nur ein Mittel zum Zweck. Wettkämpfe werden weltweit verfolgt, der Wintertourismus boomt und hat große wirtschaftliche Bedeutung. Wintersportregionen gibt es inzwischen nicht nur in den Alpen, sondern rund um den Globus.

